Mentale Gesundheit im Sport – StCRCler bilden sich weiter
Schwer zu glauben, aber wahr: Man kann einen Samstag auch mal ohne Rudern sinnvoll gestalten! Am 15. November 2025 lud wirfueryannic e.V. zum 3. Symposium zur mentalen Gesundheit im Sport ins SpOrt Stuttgart im Fritz-Walter-Weg ein. Vom StCRC folgten Antonio, Johanna, Matthias, Michael, Peter, Pewo und Tina der Einladung und fanden sich dort, untereinander großteils nicht abgesprochen und dementsprechend überrascht, nebst weiteren knapp 100 Interessierten ein.
Der Verein wirfueryannic wurde von der Familie und engen Freunden des erfolgreichen Kaderruderers Yannic Corinth gegründet. Yannic verstarb im Alter von nur 26 Jahren. Er hatte kurz vor seinem Freitod die Diagnose Depression erhalten, welche er, wie auch sein Leiden selbst, vor Familie und Freunden verheimlicht hatte. Wirfueryannic e.V. hat das Ziel, die Krankheit Depression zu enttabuisieren, Menschen zu diesem Thema aufzuklären und zu sensibilisieren, und direkt oder indirekt Betroffenen zu helfen.
Für das Symposium konnten namhafte Referenten gewonnen werden, die gemein haben, dass (Hochleistungs-)Sport in ihrem Leben eine große Rolle gespielt hat und sie einen beruflichen oder privaten Bezug zum Thema Depressionen im Sport haben.
Das Symposium wurde mit der Begrüßung durch Yannic Coriths Mutter und deren Einführung in die für viele Menschen unvorstellbare Welt dieser Krankheit eröffnet. Mit erstaunlicher Offenheit und Sachlichkeit schilderte sie das Unbegreifliche, berührend, aber trotzdem positiv und ohne bedrückende Stimmung zu erzeugen.
Vortragende und Vortragsthemen im Hauptteil der Veranstaltung waren:
- Florian Mennigen, Olympiasieger im Achter 2012: Der psychologische Psychotherapeut schilderte unter dem Titel „Alle in einem Boot – von Höhen und Tiefen im Leistungssport“ aus seinem Sportler- und Arbeitsleben.
- Lars Wichert, mehrfacher Ruderweltmeister und aktueller AK-Weltmeister im Triathlon auf der Langdistanz: Der Bewegungswissenschaftler trug mit „Achtsamkeit – Laufen neu erfahren“ einen Aktiv-Mitmach-Programmpunkt bei.
- Dr. Sophie Holtmann, (einfach nur passionierte) Ruderin: Die Psychologin mit Forschungsschwerpunkt psychische Belastungen im Leistungssport referierte über „Depression – eine unsichtbare Erkrankung?“.
- Dr. Petra Dallmann, ehemalige Kaderschwimmerin (Bronze in Athen 2004 und mehrfache Medaillengewinnerin bei Welt- und Europameisterschaften): Die Chefärztin für Psychiatrie in Freudental und Mitarbeiterin des OSP Heidelberg hielt einem Vortrag aus/zu ihrem Arbeitsalltag „Besonderheiten in der Behandlung von Leistungssportlern“.
Nach dem Vortragsblock fand noch eine abschließende Podiumsdiskussion der Vortragenden mit der Bronze-Medaillengewinnerin im Doppelvierer von Paris, Tabea Schendekehl, unter Einbeziehung des Publikums statt. Tabea ist eine von nur wenigen (noch aktiven!) Spitzensportlern, die sich offen und ehrlich in der Öffentlichkeit zu ihren psychischen Problemen (Angststörung und Depression) bekennt und hier über ihre Erfahrungen im sportlichen Alltag sprach, den Mitdiskutanten und Zuhörern Rede und Antwort stand. Beeindruckend!
Die Referenten gaben interessante Einblicke in ihre persönlichen Erfahrungen und ihren Arbeitsalltag, beantworteten geduldig die verschiedensten Fragen. So war unser Fazit des Symposiums: Wir 7 Cannstatter Teilnehmer sehen uns sensibilisiert für diese Krankheit. Und hoffen, dass auch viele andere Mitglieder wach über den Bootsplatz und durchs Bootshaus gehen, ein offenes Auge und Ohr für ihre Mitruderer haben.


