Das Zipfelmützenrudern – als der Neckar kurz nach Weihnachten roch

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Es war einer dieser Dezembermorgen, an denen die Welt leiser klingt. Der Himmel hing grau und weich über dem Neckar, die Luft war kalt und klar – und genau in diesem Moment, kurz vor 10 Uhr, begann bei uns am Bootshaus etwas, das man nicht planen kann: ein kleines Stück Weihnachten.

Schon auf dem Hof sah es ungewöhnlich aus. Wo sonst Mützen eher „funktional“ sind, wackelten heute Zipfelmützen in allen Varianten. Rot, weiß, flauschig, schief aufgesetzt, über die Ohren gezogen – und überall dieses breite Grinsen, das man nur hat, wenn man weiß: Heute wird nicht einfach nur gerudert. Heute wird gezaubert.

Bevor wir aufs Wasser konnten, mussten wir aber erst einmal eine wichtige Mission erfüllen: das Weihnachtsboot aus dem Weihnachtsbootshaus tragen. Und wer schon mal ein Boot getragen hat, weiß: Das ist Teamwork – auch ohne Schnee. Heute war es besonders schön, weil es nicht nach „Hopp, schneller“ klang, sondern eher nach „Pass auf, Wichtel links!“ und „Zipfelmütze festhalten!“ Und mittendrin: unsere Weihnachtsfrau, die schon allein durch ihre Präsenz dafür sorgte, dass alles ein bisschen feierlicher wurde.

Dann ging es los. Drei Boote machten sich auf den Weg: ein Achter, ein Vierer und ein Dreier. Die Weihnachtsfrau übernahm das Steuer im Achter – ganz ruhig, ganz souverän, als hätte sie nie etwas anderes gemacht, als Weihnachtswichtel sicher über winterliche Flüsse zu lotsen.

Leichtes Schneetreiben setzte ein. Keine dicken Flocken, eher so ein feiner, vorsichtiger Schnee – als würde der Himmel testen, ob wir es wirklich ernst meinen mit der Weihnachtsstimmung. Bei 0 Grad glitten wir vom Bootshaus Richtung Mühlsteg in Cannstatt, weiter nach Hofen und wieder zurück. Und je länger wir unterwegs waren, desto mehr fühlte es sich an, als würde der Neckar heute ein bisschen langsamer fließen – nur für uns.

Am Ufer blieben Spaziergänger stehen, schauten, lächelten. Manche winkten. Und wir winkten zurück – natürlich im Rhythmus, so gut es ging. Denn wenn 15 Wichtelfrauen und -männer mit Zipfelmützen übers Wasser ziehen, dann ist das nicht nur Sport. Das ist ein kleines, schwimmendes Weihnachtsmärchen.

Als wir schließlich wieder am Bootshaus ankamen, waren Hände kalt, Nasen rot und die Zipfelmützen leicht feucht vom Schneestaub. Aber in den Gesichtern stand dieses zufriedene Leuchten, das man nicht trainieren kann. 

Wir wünschen allen Mitgliedern, Familien und Freunden frohe Weihnachten, gemütliche Feiertage und einen wunderbaren Start ins neue Jahr!