33. Stuttgarter Stadtachter

Die Kanne geht nach Untertürkheim

Am Sonntag, 07. April, fand der 33. Stuttgarter Stadtachter statt. Allen Wettervorhersagen zum Trotz fiel nicht ein Regentropfen. Stattdessen gab es klaren Himmel und Sonnenschein, wie fast immer, wenn um die Cannstatter Kanne gekämpft wird.

Auch in diesem Jahr sollte es keine Überraschung, aber viel Spannung geben. Die Cannstatter Kanne und der Heinz-Fritsch-Pokal gingen erneut an den Männerachter der Stuttgarter Rudergesellschaft.

Trotzdem war es ein schöner Regattatag voll spannender Rennen.

Gegen 11:20 Uhr überquerte das erste von insgesamt 19 gemeldeten Booten die Ziellinie der Langstrecke. Der Masters-Achter des StCRC war die 3200 m in 10:21,92 Min. gerudert. Knapp drei Sekunden schneller als die Gegner vom RC Nürtingen, die als nächste ankamen. Es folgte das Rennen der Firmen-Achter - mittlerweile auch ein Klassiker - „Stern gegen Anker“ bzw. Daimler gegen Bosch. In den vergangenen Jahren hatte die SG Stern, die bei der Stuttgarter RG beheimatet ist, auf der Langstrecke immer die Nase vorne. In diesem Jahr lagen die versetzt startenden Boote bis zur zweiten Zeitnahme bis auf 3 Zehntel beieinander. Drei Sekunden waren es schließlich im Ziel, die die SG Stern den Boschlern abnahm. Im vergangenen Jahr waren es noch 24 Sekunden. Wir dürfen also gespannt auf das nächste Jahr sein.

Gleich darauf ging es weiter mit den Kindervierern (U15). Diese wurden in diesem Jahr in das Programm aufgenommen, um auch den Jüngeren den Spaß am Stadtachter zu ermöglichen. Denn die Vierer von heute sind vielleicht die Achter von morgen. Umso erfreulicher, dass insgesamt 6 Teams aus Stuttgart, Nürtingen und Neckarrems vertreten waren. Und der Ehrgeiz war deutlich zu spüren. Mit großer Spannung wurde den Zeitansagen des Sprechers Andy Linke gelauscht. 

Bei den Jungen siegte der Vierer vom RC Nürtingen klar vor Cannstatt und Neckarrems. Bei den Mixed-Vierern machten die beiden Boote der Stuttgarter RG die ersten beiden Plätze unter sich aus, gefolgt vom StCRC auf Rang drei. Am Ende lohnte sich der Wettkampf aber für alle. Weil die Vierer nicht auf der Kurzstrecke starten würden, wurde ihre Siegerehrung kurzerhand vorgezogen und es gab Schokolade für alle.

Auch ein Novum in diesem Jahr: der Breitensport-Achter. Auf Anregung der Nachbarn aus Untertürkheim wurde auch dieser aufgenommen und war mit 3 Teams gut besetzt. Das erste Team auf der Strecke war der Karlsruher Rheinclub Alemannia, den im Ziel eine Überraschung erwartete. Ein Kanufahrer hatte sich durch die Streckensperrung geschlichen und musste auf den letzten 50 m ordentlich Gas geben, damit er nicht überfahren wurde. Ein spannendes Foto-Finish vom Ufer aus gesehen, das zum Glück ohne Kollision ausging. Am Ende lag der Achter der Stuttgarter RG in einer Zeit von 11:00,84 Min. nur 4 Sekunden vor Karlsruhe, gefolgt vom selbsternannten „Rumpelachter“ des StCRC.

Es war der Tag der knappen Entscheidungen.

Um 13:05 Uhr war es dann schließlich soweit: der Startschuss für das Duell Blau gegen Rot.

Den Anfang machten die Roten vom StCRC. Das neu formierte Team hatte sich zuletzt in Amsterdam ordentlich geschlagen und wollte, wenn ein Sieg auch unwahrscheinlich war, zumindest eine gute Zeit abliefern. Und das gelang. Im Vergleich zum Vorjahr konnte man sich um gute 6 Sekunden verbessern. Gegen die RG sollte es trotzdem nicht reichen. Bereits bei der ersten Zeitnahme lagen die Blauen 10 Sekunden vorne. Das Ziel überquerten die Untertürkheimer in starken 9:33,70 min. Fast dieselbe Zeit wie im Vorjahr und 21 Sekunden schneller als die Konkurrenz. Der mittlerweile 16. Sieg in Folge.

Vor der Mittagspause standen noch zwei Entscheidungen an. Die Junioren- und Frauen-Achter machten das Feld aus 13 Achtern komplett.

Die Junioren des RC Nürtingen lieferten mit 9:57,76 die drittschnellste Zeit des Tages und gewannen gegen die Kontrahenten vom RV Esslingen.

Da in der Klasse der Frauen und Juniorinnen jeweils nur ein Boot gemeldet war, einigte man sich kurzer Hand auf ein gemeinsames Rennen. Beide Teams schlugen die jeweilige Vorjahreszeit, auf die es ursprünglich angekommen wäre. Im direkten Vergleich siegte aber der Frauen-Achter (Rgm. StRG/RV Esslingen) knapp gegen die Juniorinnen der StRG.

Damit waren die Entscheidungen auf der Langstrecke gefallen und es wurde Zeit für die Mittagspause. Zeit sich für den Nachmittag zu stärken und bei Kuchen und am Grill zu fachsimpeln.

Beim anschließenden Sprint machten die Firmenteams den Anfang. Da der Masters-Achter aus Nürtingen nach der Langstrecke abreisen musste, durften sich die StCRC-Masters mit Einreihen. Nach 1:16,40 min überquerten sie – außer Konkurrenz – als Erste das Ziel, gefolgt vom Bosch-Achter, der somit den Sprint erneut gegen die SG Stern gewann.

Beim anschließenden Sprint der Breitensport-Achter gab es zunächst Schwierigkeiten beim Ausrichten. Trotz einem kleinen Schlenker im ersten Streckenabschnitt siegte die Stuttgarter RG mit einer guten Bootslänge Vorsprung vor Karlsruhe und dem StCRC.

Besonders spannend war der Sprint der Frauen und Juniorinnen. Letztere lagen nach dem Start zunächst vorne, wurden aber auf halber Strecke eingeholt.

Ehe die letzten Rennen ausgetragen wurden gab es noch eine Überraschung für die Zuschauer. Das „Boat-Race“ (Cambridge gegen Oxford), das vor 33 Jahren als Vorbild für den Stadtachter diente, fand am gleichen Tag statt und wurde für Interessierte im Kraftraum übertragen. Gegen 15 Uhr duellierten sich die Frauen auf der 6,8 km langen Strecke. Cambridge setzte sich früh ab und gewann zu einem Gesamtstand von 44:30 für Cambridge. Noch ein wenig Sport auch für die Zuschauer, die nun schnell zum Ufer zurück sprinten mussten, um noch das Ende des Kurstreckenrennens der Junioren und den klaren Sieg der Nürtinger zu erleben.

Schließlich war nur noch ein Rennen übrig: das Duell Rot gegen Blau und die Entscheidung über den Heinz-Fritsch-Pokal. Der Bootsplatz leerte sich und das Publikum drängte sich am Ufer. Würde auf der Kurzen Strecke die Revanche gelingen? Kommentator Andy Linke packte die Schlagzahluhr aus und alle blickten gespannt auf die beiden Boote in 350 m Entfernung.

Die RG erwischte einen beindruckenden Start und schoss mit knapp 50 Schlägen pro Minute vorne Weg. Mit etwas geringerer Schlagzahl fuhren die Roten vom StCRC hinterher, holten aber Schlag um Schlag auf. Am Ende sollte die Revanche aber nicht gelingen. Die Blauen gewannen in einer Zeit von 1:12,65 min mit knapp einer halben Sekunde Vorsprung.

Noch auf dem Wasser gratulierten sich die Kontrahenten mit einem dreifachen Hipp-Hipp-Hurrah zu einem fairen und spannenden Wettkampf.

Einmal mehr gingen beide Pokale an den Achter der Stuttgarter RG. Die Cannstatter Kanne wurde überreicht durch den Orstvorsteher, Bernd Löffler. Den Heinz-Friszch-Pokal für den schnellsten Sprint verlieh der Vizepräsident des Sportkreises, Werner Schüle.

Insgesamt steht es nunmehr 22:5 für die Blauen aus Untertürkheim.

Nach einem Tag voll sportlicher Rivalität fand man sich im Kraftraum des StCRC ein, um gemeinsam das letzte große Rennen des Tages zu schauen: das Boat-Race Oxford gegen Cambridge der Männer. Cambridge besiegte Oxford in 16:57 min mit nur 2 Sekunden Vorsprung zu einem Gesamtstand von 84:80 für Cambridge.

Gegen 17:30 Uhr war es dann schließlich vorbei und die Mannschaft – die zu Lande – machte sich an den Abbau. Es war wieder ein schönes und spannendes Ruderfest und ein großer Dank gilt den Organisatoren um Ulf Hintze!

Ergebnisse