U23 Europameisterschaften, 02.-03.09.2017 in Kruszwica/Polen

"Das war das Rennen meines Lebens"

Janika Kölblin und ihre Partnerin im Doppelzweier Stefanie Weigt von der RG Hansa Hamburg erreichen einen unglaublichen zweiten Platz bei der U23 EM. Trotz widriger Bedingungen mit starkem Wellengang und Gegenwind fahren die beiden das Rennen ihres Lebens.

Dabei war dieser Ausgang nach dem Vorlauf am ersten Tag noch nicht absehbar. Das Feld war mit 6 Booten relativ klein. Daher wurde am Samstag nur die Bahnverteilung ausgefahren. Da somit alle Teams im Finale starten würden, galt es hier nur ein Gefühl für die Gegner zu bekommen. Keine der Mannschaften verausgabte sich und so gab der dritte Platz nach Rumänien und Österreich keine Sicherheit für das Finale am Sonntag. „Wir waren uns einer Medaille nicht sicher, wollten lediglich so viele Gegnerinnen wie möglich hinter uns lassen.“

Dass die diesjährigen U23-Weltmeisterinnen aus Rumänien vorne wegfahren würden, galt als sicher. Dahinter war aber alles offen.

Am Sonntag gegen 14 Uhr war es dann soweit: Finale!

Der Kopf war frei und das Ziel einfach: „Umsetzen was wir gelernt hatten“. Mehr nicht. Erst im Rennen fiel die Entscheidung, den Österreicherinnen vorne weg zu fahren. Vom Start weg lagen Janika und Steffi auf Platz zwei. Bei ca. 1000 m setzten die Damen aus Österreich zum Zwischenspurt an, kamen bis auf wenige Zehntel ran. Doch der deutsche Zweier behielt einen kühlen Kopf und ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. In einer Zeit von 7:54,98 min erreichten die beiden das Ziel und lagen damit gut 11 s hinter den Rumäninnen und 4 s vor Österreich.

Auf der Ziellinie fielen brockenweise Steine vom Herzen. Die beiden hatten alles rausgeholt. Mehr war nicht drin. Erschöpft fielen sie Trainer Stephan Froebe in die Arme, der sich während der gesamten dreiwöchigen Vorbereitung in Hamburg um sie gekümmert hatte.

Für Janika war schon der Start im deutschen Trikot die Erfüllung eines Traums. Jahrelang hatte Sie dafür gekämpft und auch in diesem Jahr bis zuletzt noch gebangt. Denn die Saison war hart für sie.

Umso versöhnlicher der Abschluss. Bestmögliches Ergebnis mit der bestmöglichen Partnerin.

Dass sie diesen Erfolg vor Ort mit Ihrer Familie feiern konnte, war das Sahnehäubchen obendrauf.

„Das wäre nicht ohne die Unterstützung des Vereins und meinem Trainer Steffen möglich gewesen. Ich bin unendlich dankbar für diese Chance“, schreibt sie während der Heimfahrt am Sonntag.

Jetzt geht es in die wohlverdiente Pause und dann beginnen auch bald schon die Vorbereitungen für die nächste (und letzte) U23 Saison.

Insgesamt holt die deutsche Mannschaft sieben Medaillen bei der EM. Gold geht an den Vierer ohne der Männer. Silber holt neben dem leichten Doppelzweier der Einer der Männer und im Leichtgewichts-Vierer der Frauen. Letzteres Team startete wegen des kleinen Starterfelds zusätzlich mit den Schwergewichten und erreichte hier Bronze. Ebenfalls Bronze geht an den leichten Zweier ohne und den leichte Doppelvierer der Männer.


Alle Ergebnisse

Bericht des DRV