Regatta Heidelberg

22 StCRC-Sportler am Start

Trotz der Abwesenheit der Spitzen-Nachwuchssportler, die zeitgleich auf der Juniorenregatta in Köln verweilten, ging es am 18./19. Mai mit deutlich größerer Mannschaftsstärke als 3 Wochen zuvor (Mannheim) zur 85. Heidelberger Ruderregatta. Insgesamt 22 StCRC-Sportler machten sich auf zu den Rennen über 1000 und 1500 m – in Zahlen 8 Senioren, 3 Junioren und 11 Kinder – sowohl in Alter als auch Können breit gestreut. Für 5 der Kinder war es der erste Regattaauftritt überhaupt! Die Leistungen waren ähnlich wie das Wetter über die zwei Tage - mal sonnig, mal wolkig – und zwischendurch wurde es auch mal richtig nass. Schlussendlich konnten die Cannstatter Ruderinnen und Ruderer 7 Mal am Siegersteg anlegen, und damit genauso oft wie zuletzt in Mannheim.

Am Samstag ging es bei den Kinderrennen hinsichtlich der Erfolgsbilanz etwas zäh los. Hoffnungsträger Tobi musste sich diesmal mit Platz 2 im Jungen-Einer der 14-jährigen begnügen und die größere Power und schnelleren Zeiten einiger körperlich deutlich überlegener Ruderer in den verschiedenen Läufen neidlos anerkennen. Ein erstes Highlight setzte B-Junior Philip, der seine Chance nutzte und einen Start-Ziel-Sieg im leichten LK III-Einer feierte – für den Späteinsteiger ohne „Kinderruder-Karriere“ der erste Regattasieg überhaupt. Johanna fuhr bei ihrer Einer-Premiere bei den 12-Jährigen ein couragiertes Rennen. Hätte sie nicht gleich 3 Bojen persönlich abgeklatscht, wäre mehr als der dritte Platz mit knappem Rückstand auf den zweiten herausgekommen! Der Mixed-Vierer eröffnete den Reigen von 3 Großbooten im Kinderbereich der 12/13-Jährigen, der in Heidelberg erfreulicherweise möglich war. Platz 3 war im Rahmen des Erwartbaren, das Zusammenrudern des Bootes mit den 3 Regattaneulingen Henning, Anke und Leon und der erfahrenen Team-Kapitänin Marlene (zweite Regatta ;-) ) war – ungeübt – besser als vermutet. Als StCRC-Wunderwaffe erwies sich der neue formierte Senioren-Doppelzweier von Magnus Gähr und Philipp Wess. Die blauen Kollegen vom Nachbarklub erkannten vermutlich schon vorab ihr Chancenlosigkeit und versenkten sich, ähnlich wie die Piraten bei Asterix, auf dem Weg zum Start vorsichtshalber selbst... Ein ungefährdeter Sieg für Magnus und Philipp am Tag 1, ein Kunststück, das ihnen als einzigem Cannstatter Siegerboot auch am zweiten Tag gelingen sollte. Max Nagel beendete mit seinem Sieg im schweren Einer der B-Junioren mit Bestzeit aller 3 Abteilungen sein Leistungsklasse III-Dasein. Eigentlich qualifiziert ja nur der allererste Regatta-Sieg überhaupt zur offiziellen Ruderertaufe, aber – selbst ist der Mann – nahm Max das Ritual mit freundlicher Unterstützung von Tobi bei einer spektakulären Anlege-Kenterung selbst in die Hand – Glückwunsch dazu! Für den Jungs-Vierer Theo, Leon, Henning und Emil war es nicht nur die erste Regatta sondern die erste Ausfahrt in dieser Konstellation überhaupt. Dementsprechend holprig und mit etwas mehr Luft zur Vollendung war die Fahrt auf Platz 3. Immerhin ein Anfang! Johanna und Franzi ließen im leichten 2x der 12/13-Jährigen die Esslinger Gegnerinnen von Mannheim deutlicher hinter sich, mussten sich auf Platz 2 aber knapp den RG-Mädels geschlagen geben. Tagessieg Nr. 4 konnte Amrei Abendschein in Rgm. mit Hanna Günder von der RG im leichten Doppelzweier der B-Juniorinnen verbuchen. Der Männer-Achter schloss den Tag ab mit einem zweiten Platz  auf der Normalstrecke, nur 1,5s hinter der RG, und einer Finalqualifikation im 350m-Sprint, vor der RG(!). Hierbei wurde immerhin ein mit 50 Euro entlohnter dritter Platz erzielt.

Tag 2 wurde nach dem gewittrig nassen Samstag Nachmittag nicht nur wettermäßig sondern auch vom Cannstatter Rennvolumen etwas ruhiger, nach allerdings sehr lebhaften Start im ersten 1000m-Block und Cannstatter Kinderrennen im paar-Minutentakt. Der Mädchenvierer mit Marlene, Anke, Johanna und Franzi, wie alle Kinderrennen gesteuert von Amrei, war nach einigen gemeinsamen Ausfahrten schon recht gefällig unterwegs, konnte als zweitplatziertes Boot aber die physisch stärkeren Trainingslager-Kolleginnen aus Karlsruhe nicht halten. Henning und Theo zeigten im schweren Jung12/13-2x Moral und erkämpften sich hinten raus noch einen zweiten Platz. Bei Leon und Emil war es umgekehrt – sie fuhren ganz gut mit, mussten sich in der hochwertigen Konkurrenz im leichten Jungen-Doppelzweier12/13J. zuletzt aber mit dem dritten Platz zufrieden geben. Das große Potential dieser Kombi des jüngeren Jahrgangs war aber durchaus sichtbar! Tobi schloss wie tags zuvor mit einem weiteren zweiten Platz im Jungeneiner der 14-jährigen diesen frühen Kinderblock ab. Die erste Sonntags-Radaddel erruderte sich Max im Junioren-Doppelzweier in Rgm. mit Benni von der RG – sie ließen sich auch von Bojenberührung und Krebs nicht von ihrem Vorhaben abbringen, machten es dadurch aber mit nur 0,5s Vorsprung unnötig spannend. Emotionaler Höhepunkt des Wochenendes war der Sieg von Emil im Einer der Zwölfjährigen mit Bestzeit aller 10 Teilnehmer, der ob des fulminanten Endspurts und des Niederringens des Gegners auf den letzten Metern auch den Regatta-Sprecher hörbar begeisterte. Überraschend gut lief der erstmalig gefahrene Mädchendoppelzweier der beiden schweren Mädels Evelyn und Marlene, der mit übersichtlichem Rückstand auf die Top-Boote der beiden Läufen auf Platz 2 ein kam. Die letzten Höhepunkte setzten abermals Magnus und Philipp mit ihrem Sieg im 2x sowie der Männer-Achter, der sich nach hartem Kampf mit weniger als 1s Rückstand einer bayrischen Rgm. aus München und Regensburg geschlagen geben musste.

Fazit der Regatta Heidelberg ist, dass es schön war, als Verein mal wieder so zahlreich und in größerer Breite aufzutreten – es fehlten eigentlich nur noch die Mastersruderer. Im Kinderbereich tut sich was. Noch ist es etwas mehr Masse als Klasse, aber über die Masse wird bei entsprechendem Engagement zwangsläufig auch noch mehr Klasse entstehen. Wir sind auf einem guten Weg. Einmal mehr durften wir erfahren, wie sinnvoll und angenehm die Anschaffung eines wetterfesten Pavillon war – die Seitenwände sind hinsichtlich der Stabilität Gold wert, wie beide Frühjahrsregatten gezeigt haben. Jetzt geht es mit Vollgas und hoffentlich hohem Trainingsaufkommen in Richtung der nächsten Höhepunkte: Die Jahrgangsmeisterschaften Ende Juni, die BW-Quali Anfang Juli und die Landesmeisterschaften Ende Juli.