Oberrheinische Frühregatta in Mannheim, 21. - 22.04.2018

Nach langen Monaten des Wintertrainings und den diversen Ostertrainingslagern ging es für die Kinder und Junioren des StCRC am 21./22 April zur ersten großen Standortbestimmung des Jahres:

Die Oberrheinische Frühregatta in Mannheim

Startete mit seinem Partner Lukas Rehe vom RV Esslingen erfolgreich in die Regatta-Saison: Anton Gnann.

Setzten mit einem klasse Rennen nach nur wenigen gemeinsamen Ausfahrten im schweren Zweier ein Ausrufezeichen: Das physisch sehr starke Duo Lasse Heller und Schlagmann Max Nagel.

Tobi Gathmann und Joshua Ullrich deuteten im leichten Doppelzweier mit ihrer starke Leistung ihr großes Potential für die weitere Saison an.

Nach langen Monaten des Wintertrainings und den diversen Ostertrainingslagern ging es für die Kinder und Junioren des StCRC am 21./22 April zur ersten großen Standortbestimmung des Jahres: die Oberrheinische Frühregatta in Mannheim. In Abwesenheit der StCRC-Kaderathletin Janika Kölblin, die zeitgleich an den Deutschen Kleinbootmeisterschaften in Essen teilnahm, war ein im Vergleich zu den vorigen Jahren deutlich vergrößertes Aufgebot von 16 Sportlern am Start, bestehend aus fünf B-Junioren und elf C-Junioren/Kindern. 

Bei den B-Junioren starteten Anton Gnann und Mika Lerch in Auswahlbooten des Landesruderverbandes Baden-Württemberg (LRVBW), für die sie sich über Ergometer-Tests und die Langstrecke in Breisach Mitte März qualifiziert hatten. Die LRVBW-Schwergewichtsruderer um Mika waren allesamt in Riemenbooten verschiedener Bootsklassen vertreten. Für die meisten war der Umgang mit nur einem Prügel anstatt zwei Skulls recht neu, die Technik dementsprechend noch eher roh. Für Mika gab es bei seinen drei Rennen im Zweier und Vierer eher Renn-Erfahrung in der neuen Disziplin als vordere Plätze auf der Haben-Seite. Einen Regattasieg konnte dann aber doch im Duell gegen das Nordrhein-Westfälische Auswahlboot gefeiert werden. Noch etwas besser lief es für Anton Gnann bei den Rennen der leichtgewichtigen Skullern. Mit seinem Partner Lukas Rehe aus Esslingen hatte Anton in den letzten Wochen viele gemeinsame Kilometer gespult. Der Lohn waren drei dritte Plätze im 2x und 4x+ (2 Mal) und ein Sieg im 2x – eine wahrlich stolze Regatta-Bilanz. 

Selma Michel und Hannah Lott starteten sowohl miteinander als auch gegeneinander in den Einer und Doppelzweier-Rennen der leichten Juniorinnen B. In der höchsten Leistungsklasse, LK I – eigentlich gehören Selma und Hannah noch Leistungsklasse II an – hängen die Trauben recht hoch. Die besten Platzierungen der beiden war zwei Mal Platz 3, zum einen durch Selma in ihrem Samstagsrennen im 1x und zum anderen durch Hannah und Selma zusammen im 2x am Sonntag. Für Florian Abendschein, Spätstarter bei den leichtgewichtigen Junioren B und erst seit Herbst ernsthaft im Training, ging es beim ersten Start auf einer großen Regatta vornehmlich ums Sammeln von Rennerfahrung. Dies tat er im Rahmen von 4 Einerrennen in der Leistungsklasse I und III. Bei den LK I-Rennen konnte Florian zumindest am Sonntag nach hartem Kampf die Rote Laterne vermeiden, bei den LK III-Rennen sprangen die Plätze 3 und 4 in Sechs-Boote-Läufen heraus. Insgesamt 4 solide Rennen ohne größere Wackler und Durchhänger waren das durchaus positive Resümee des Cannstatter Ultra-Leichtgewichts.


Für acht der StCRC-Kinderruderer ging die Regatta bereits am Samstag mit den Langstreckenrennen über 3000m mit Wende los. Hier sollten sich möglichst viele der rudererfahreneren Kinder im Einer beweisen. Den Anfang machte die einzige Doppelzweier-Besetzung, Theo Keyl und Lasse Heller, im Rennen der Vierzehnjährigen. Bis kurz vor der Wende lief es für die Combo gut, bis der Bugausleger zum Leben erwachte, was sich in zunehmendem Gewackel äußerte. Den Rest der Strecke entwickelte sich der Doppelzweier graduell in Richtung Einer mit, da Bugmann Theo zunehmend den Druck und damit sich rausnehmen musste. So kam statt einem Platz im Mittelfeld der achte und vorletzte Platz heraus – und die wichtige Erkenntnis, dass sorgfältiges Aufriggern Teil der Übung ist! Eine Punktlandung im Mittelfeld lieferte Max Nagel nach einem beherzten Rennen im Einer der 14-Jährigen ab: Platz 8 von 15 in 13:43 Minuten konnten sich in dem starken Feld sehen lassen. Als nächsten waren die leichtgewichtigen 14-Jährigen an der Reihe. Hinter einem weit vorneweg fahrenden Trio war Joshua Ullrich in 14:15 Minuten „Best-of-the-Rest“ und belegte einen erfreulichen vierten Rang von 10 Startern. Bei den Mädchen kam Amrei Abendschein zwar „nur“ auf dem fünften Platz von sieben Starterinnen ein, aber bei einer Ruderzeit von 15:43 Minuten fehlten am Ende lediglich 3 Sekunden zu Rang 3. Tobias Gathmann wurde bei den 13-jährigen Schwergewichten Vierter von sechs und war dabei in 14:32 Minuten derjenige StCRCler mit dem geringsten Abstand zum Spitzenplatz (33 Sekunden). Für die beiden Jüngsten, die Ultraleichtgewichte Tim und Katharina Scharphuis, war beim Rennen der 12-Jährigen ohne Leichtgewichtsklasse gegen physisch deutlich überlegene Konkurrenz nur bedingt etwas zu holen außer Rennerfahrung. Sie schlossen mit Platz 6 und 3 die Wertungen ab. 
Am zweiten Regattatag ging es für die Kinder auf die 1000m-Strecke. Katharina Scharphuis musste früh aufs Wasser und dabei einmal mehr das Mehr an PS der großen 12-jährigen Mädels anerkennen: Platz vier. Sehr gut verkaufte sich der schwere 2x mit Lasse Heller und Max Nagel. Sie wurden Zweite in ihrem Lauf und fuhren insgesamt die drittschnellste Zeit der 21 Zweier der 13/14-Jährigen. In zwei der vier Läufe wären sie siegreich gewesen. Im selben Rennen aber einem späteren Lauf durften Samuel Dold und Philipp Hörner Regattaluft schnuppern – hier stand das Dabeisein, der olympische Gedanke im Vordergrund. Joshua Ullrich wurde in seinem Lauf der Einerrennen der 14-jährigen Leichtgewichte Vierter von sechs. Pech gehabt – im zweiten Lauf hätte die Zeit knapp zum Sieg gereicht. Katharina Scharphuis und Sophie Kieckebusch starten als jüngere Jahrgänge im Doppelzweier der 12-/13-Jährigen. Sie fuhren ein gutes Rennen, mussten aber die beiden 2005er-Zweier ziehen lassen. Das Duell der 2006er Jahrgänge entschieden sie jedoch für sich und wurden Dritte. Ebenfalls Dritte im Vier-Boote-Feld wurde auch Amrei Abendschein. Über beide Läufe betrachtet stimmen aber die fünfte Zeit (von neun) und die Zeitabstände zuversichtlich für den weiteren Saisonverlauf. Tim Scharphuis konnte beim 1000m-Rennen der 12-Jährigen besser mithalten als auf der Langstrecke. Vierter von sechs im Lauf und insgesamt die sechstbeste Zeit von 12. Keine realistischen Chance hatte Max Warning im LK I-Rennen der 14-jährigen Einerfahrer. Auf einer Regatta ohne LK II-Rennen wird ein Aufstieg aus LK III rasch zum Bumerang... Diesen Anfängerstatus der LK III hatte hingegen Theo Keyl noch, der bei seiner ersten Regatta bei den 14-Jährigen Leichtgewichten fast zum ersten Sieg gekommen wäre. Wer weiß, wie der Sieger geheißen hätte, wenn der Entschluss zum Endspurt nicht erst auf der Ziellinie erfolgt wäre. So war´s Platz zwei mit nur 8 Zehnteln Rückstand und wieder nix mit einem Sieg für die StCRC-Kids. Platz 2 wurde es auch für Tobi Gathmann und Joshua Ulrich im leichten 2x, allerdings mit deutlicherem Rückstand. Positiv zu Buche stand zudem die viertbeste Zeit der 10 Boote. Platz 2 sprang auch für Antonia Henner und Amrei Abendschein im 2x der 14-jährigen Leichtgewichte heraus, allerdings in einem Zwei-Boote-Feld hinter einem deutlich überlegen Team aus Limburg. Den Abschluss machte der Jungen-4x+ mit Tobi Gathmann, Philipp Hörner, Lasse Heller und Max Nagel, gesteuert von Tim Scharphuis. Ungeübt machten die 5 ihre Sache sehr gut und kamen auf den 3 Platz in ihrem 5-Boote-Lauf.

Insgesamt war Mannheim aus StCRC-Sicht eine Regatta mit Licht und Schatten und einer recht überschaubaren Anzahl an Siegen (zwei). Viele Dinge wie z.B. das geringe Trainingsalter der meisten Kinder und deren noch wenigen Trainingskilometer in den entsprechenden Mannschaftsboot-Konstellationen machen Hoffnung, dass es bei den nächsten Regatten und im weiteren Saisonverlauf mehr Siege und Platzierungen zu feiern geben wird. Die nächsten Chancen hierfür gibt es am zweiten Mai-Wochenende in München und Heidelberg.