Landesmeisterschaften Baden-Württemberg, 22.-23.07.2017

Vier Siege und ein zweiter Platz bei den Landesmeisterschaften

Freitag Nachmittag nach Breisach aufgebrochen, brauchte der Bootstransport gute vier Stunden für die Fahrt. Im Radio wurde es schon immer wieder angesprochen: Örtlich starke Gewitter möglich. Die Regen-Radare auf den Handys der Sportler liefen auf der Fahrt quasi ununterbrochen, denn keiner hatte Lust den Anhänger im Regen abzuladen.

Den Hänger geleert und die Zelte aufgebaut machten wir uns auf den Weg zur Pizzeria. Während dem „entspannten“ Essen kamen dann einige andere Vereine herein, und meinten auf dem Regattaplatz würde es wegen dem Gewitter ganz schlimm aussehen. Also gingen wir auch so schnell es ging zur Strecke zurück, um uns ein Bild der Lage zu machen. Vor Ort dann Feuerwehr, Polizei, THW... Es sah gar nicht gut aus. Aber wir hatten Glück! Unser Zelt landete zwar in den Bäumen, aber den Booten war nichts passiert.

Samstags, der erste Renntag:

An diesem Tag hatten wir nur Einer-Rennen auf dem Programm. Allerdings waren jeweils so viele Boote gemeldet, dass vor den Finalrennen Vorläufe gefahren werden mussten.

Los ging es mit Anton Gnann. Er startete im Rennen der 14-Jährigen Leichtgewichte souverän im Vorlauf und konnte nach den ersten 300 Metern deutlich die Schlagzahl verringern und weniger Kraft aufwenden, denn er hatte sich bereits drei Bootslängen Vorsprung verschafft. Somit war eine Finalteilnahme am Abend garantiert.

Im Finale legte Anton dann wieder einen Traumstart hin und verteidigte seinen Vorsprung bis ins Ziel, wo er mit gut neun Sekunden vor Eberbach und der Stuttgarter Rudergesellschaft ins Ziel kam und somit Landessieger wurde.

Circa eine halbe Stunde später war es für Mika Lerch im Rennen der 14-jährigen Jungen soweit. Auch er konnte seinen Vorlauf gewinnen. Die größten Konkurrenten im Finale waren dann der Heilbronner Ruderer, der auf dem Bundeswettbewerb vor drei Wochen noch siebter wurde und ein Ruderer aus Eberbach.

Während der Eberbacher mit Zwischenspurts versuchte Mika den zweiten Platz streitig zu machen, zündete Mika erst auf den letzten 250 Metern den Turbo und setzte sich immer mehr von ihm ab. Am Ende belegte Mika Platz zwei! Ihm fehlte nur eine Sekunde zu Rang eins.

Kathleen Kirchhoff hatte einen Titel zu verteidigen und gleichzeitig die Chance, zum vierten Mal in Folge den Frauen Einer zu gewinnen. Die Mission war also klar. Mit einem Vorlaufsieg war dann auch die Finalteilnahme gesichert. Dort dann ein Kopf an Kopf Rennen mit einer Ruderin aus Heidelberg. Nach etwa 550 Metern schob sich Kathleen an ihr vorbei und konnte einen engen Vorsprung bis ins Ziel souverän verteidigen. Damit gewann sie den Frauen Einer auch 2017!

Selma Michel war nur 15 Minuten nach Kathleen an der Reihe. Sie nahm am Rennen der leichten B Juniorinnen teil. Bei neun Booten und zwei Vorläufen reichte ihr ein dritter Platz um ins Finale einzuziehen. Die Qualität im Finalrennen war hoch und so war es für Selma kein leichtes Rennen. Trotz vollem Einsatz reichte es leider nicht zu einem Medaillenrang. Sie belegte Platz 5.

Joshua Ullrich musste auch in einem Vorlauf starten um sich für das Finale abends zu qualifizieren. Die Konkurrenz war sehr stark und er verpasst leider mit nur einer halben Sekunde Rückstand den Finaleinzug.

Am Samstag fand dann in der Mittagspause noch die Sommertalentiade auf dem Wasser statt. Hier können Kinder starten, die noch nicht lange genug rudern um an den Landesmeisterschaften teilzunehmen. Sie müssen auf dem Wasser einen Parcours im Einer fahren und nach dem Ziel im Boot aufstehen. Hier hatten wir vier Kinder ins Rennen geschickt, die sich alle gut verkauften.

Sonntag, der zweite Renntag:

An diesem Tag starteten alle Cannstatter Ruderer in Zweier Kombinationen.

Los ging es mit den jüngsten Teilnehmern die morgens schon einen Vorlauf hinter sich bringen mussten.

Joshua Ullrich und Tobias Gathmann starteten im Rennen der 12 und 13 jährigen Jungen. Am Start nicht optimal ausgerichtet und stark mit dem Wind zu kämpfen belegten die beiden Platz vier, somit reichte es leider nicht um im Finale mitzufahren.

Mika Lerch und Anton Gnann traten im Rennen der 13 und 14 jährigen Jungen an. Das Ziel lautete, sich im Vorlauf für das Finale zu qualifizieren, aber nicht zu viel Kraft aufzuwenden. Das setzten die beiden perfekt um und belegten in einem lockeren Rennen Platz drei, welcher für die Finalteilnahme ausreichte. Für das Finale hatten sich die beiden Jungs und die Trainer vorgenommen, das Eberbacher Boot nicht gewinnen zu lassen. Und genauso sollte es auch kommen. Schlag für Schlag setzten sich die beiden Cannstatter immer weiter vom Feld ab und gewannen am Ende mit deutlichen vier Sekunden Vorsprung. Die Freude war riesengroß!

Matthias Penkner und Jens Maschkiwitz kämpften im Rennen der Männer Doppelzweier um eine Medaille. Bis zur Streckenhälfte sah es auch noch ganz gut aus. Dort lagen sie auf Platz vier, allerdings waren die Außenbahnen etwas benachteiligt, weil dort mehr Wind war. Am Ende belegten sie Platz fünf.

Selma Michel und Hannah Lott waren als nächste dran. Nach der Startphase noch um Platz drei mitkämpfend, konnte sich das Boot aus Waldshut immer weiter von den beiden Cannstatterinnen absetzen. Auch im beherzten Endspurt kam unser Boot nicht mehr ran und wir mussten uns mit Platz vier zufrieden geben.

Jan Ripperger und Florian Markert starteten wie im Vorjahr, im Männer Zweier ohne. In ihrem Starterfeld war die Konkurrenz leider sehr stark und die beiden Cannstatter hatten schwer zu kämpfen. Am Ende des Rennens reichte es für die beiden zu Platz fünf.

Kathleen Kirchhoff und Kathrin Frey, die in den letzten Jahren im Doppelzweier gestartet sind, setzten in diesem Jahr auf ein neu ins Programm aufgenommenes Rennen: Der Frauen Zweier ohne. Und die Rechnung schien aufzugehen, bereits nach 300 Metern lagen sie in Führung und gaben diese auch nicht mehr auf. Im Endspurt wurden die beiden zwar nochmal stark von den Heidelberger Konkurrentinnen attackiert, aber Kathleen und Kathrin hatten dann doch etwas mehr Kraft übrig und überquerten als erste die Ziellinie. Total erschöpft freuten sich die beiden über den Landesmeistertitel!

Super zufrieden mit den Ergebnissen, besonders über die Medaillenplätze und Meistertitel, machten wir uns auf den Rückweg nach Stuttgart. Jetzt genießen die Sportler erstmal ihre Erfolge und machen eine kleine Sommerpause bevor wir Mitte September wieder auf den Herbstregatten am Start sind.