Janika wird mit Marie-Christine Gerhardt aus Ludwigshafen Vize-Weltmeisterin

Silber bei der U23 WM in Poznan

Janika Kölblin und Marie-Christine Gerhardt vom Ludwigshafener RV sind Vize-Weltmeisterinnen im leichten Zweier ohne geworden. Nur das Team aus den USA war schneller.

Bereits im Vorlauf war der Erfahrungsvorsprung der US-Amerikanerinnen zu erkennen. Allerdings sah man auch deutlich, dass Janika und Marie sich noch zurückhielten. Schließich ging es bei übersichtlichem 4-Boote Feld zunächst nur um die Bahnverteilung für das Finale am Samstag.

Hier legten die beiden tatsächlich noch eine Schippe obendrauf. Über die ersten 1000 m blieben sie den US-Damen dicht auf den Fersen. „Das war unser Plan. Wir wollten sehen, wie lange wir dranbleiben können.“, sagt Janika rückblickend. Auf der zweiten Hälfte zündeten die späteren Weltmeisterinnen aber den Turbo und vergrößerten Stück für Stück ihren Vorsprung, während Janika und Marie das Team aus Italien auf Distanz hielten.

In 07:52.950 Min. kamen sie gute 9 s nach den US-Damen und 5 s vor den Italienerinnen ins Ziel. Eine Wahnsinnsleistung auf die die beiden zurecht stolz sind.

Vier Wochen hatten sich die beiden in Bad-Cannstatt auf den Wettkampf vorbereitet. „Im nächsten Jahr wäre sicherlich noch mehr drin gewesen.“, sagt Trainer Steffen Jacob, der das Team betreut hatte und gleich bei der ersten Ausfahrt vom Boot überzeugt war. „Das ist ein typisches Phänomen bei dieser Bootsklasse. Entweder das Boot steht sofort oder es wird nie etwas.“

Dass der leichte Riemenzweier überhaupt bei der U23 WM ausgefahren wurde, ist der Geschlechtergleichberechtigung zuzuschreiben. Zuletzt war diese Bootsklasse in den 70er Jahren international gefahren worden.

Für Janika ein großer Glücksfall, denn vor der deutschen Meisterschaft war Ihre Teilnahme bei der U23 WM zwar sehr wahrscheinlich, aber eben nicht sicher.

Bereits im letzten Jahr hatte Janika den Sprung in den deutschen U23-Kader geschafft. War zur WM aber nur als Ersatzfrau mitgefahren. In ihrem letzten U23 Jahr wollte Janika unbedingt auch für Deutschland starten.

Mit Trainer Steffen entschied sie daher in zwei Bootsklassen – dem leichten Doppelvierer und dem leichten Zweier ohne – bei den deutschen Meisterschaften anzutreten. Und der Erfolg konnte sich sehen lassen. Gold im Zweier und Silber im Vierer bedeuteten ein sicheres Ticket zur WM in Polen. Bundestrainerin Brigitte Bielig ließ Janika am Ende selbst entscheiden, in welchem der beiden Boote sie mitfahren würde. Die Wahl fiel auf den Riemenzweier.

Mit der Silbermedaille krönt sie ihre bisherige Sportkarriere, die bereits eine Silbermedaille bei der letztjährigen Europameisterschaft umfasst. Für den StCRC erringt sie den größten Erfolg seit über 20 Jahren als Fabian Gast im Junioren-Achter Silber bei einer WM gewann.

Wie es nun weitergeht wird sich noch zeigen. Für die kommenden 4 Jahre hat Janika ein Ruderstipendium, um in den USA zu studieren. Wir wünschen Ihr schon jetzt viel Erfolg!


Das Finale vom 28.07. könnt Ihr Euch unter diesem Link ansehen. (Rennen ab 2:01:20, Siegerehrung ab 2:24:33)

Insgesamt schneidet das deutsche Team mit einem 13. Platz eher mittelmäßig ab, steigert sich aber deutlich im Vergleich zum Vorjahr. Von 21 gemeldeten Booten erreichten 16 ein A-Finale. Davon wurden 7 mit einer Medaille belohnt (5x Silber, 2x Bronze).

Eine Zusammenfassung aller Renntage findet Ihr auf der Webseite des DRV.

Alle Ergebnisse findet Ihr auf worldrowing.com.