„und was habt Ihr so Ostern gemacht? RUDERN!“

Trainingslager der Breitensportler auf dem Nahestausee in Niederhausen

Das Oster-Trainingslager hatte dieses Jahr einige Rekorde parat: das spätestmögliche Ostern, die meisten Teilnehmer/innen an einem Ostertrainingslager, die wärmsten Temperaturen und…. Viele Ruderkilometer. In Zahlen: 18.4. bis 22.4., 17 Leute, 25°C und bis zu 312 km pro Person.

Aber der Reihe nach. Am Donnerstag dem 18.4. fuhren wir mit dem Jörnmobil nach Niederhausen, den großen Anhänger voller Boote im Schlepptau. Dort angekommen, begrüßte uns die Sonne! Also nix wie Boote aufgeriggert und direkt die ersten Runden bis zur fortschreitenden Dämmerung gedreht. Außer anderen Ruderbooten gibt es auf dem idyllischen Nahestausee nicht viel zu fürchten. Dieses Mal nicht einmal Treibholz oder Schwäne.

Nach einem gemütlichen Abend im Gemeinschaftsraum ging es in die Schlafsäcke – schließlich wollten einige das nicht mehr so exklusive Frührudern nutzen, um sich das Frühstück zu verdienen. Bei leichtem Nebel auf dem Wasser war das frühe Aufstehen schnell vergessen, und zwischen Eisvögeln und Sumpfbibern wurde das Rudern fast zur schönen Nebensache.

Um 10:00 gab es die obligatorische Sicherheitseinweisung ins Revier, dann wurde fleißig der restliche Bootspark aufgeriggert. Das Vorturner-Bad im See musste leider entfallen, dafür war das Wasser noch zu frisch. Die Begeisterung sprang schnell auch auf die noch nicht so erfahrenen über, und so war der See schnell gefüllt mit einem lustigen Flohzirkus an Renn- und Trainingseinern. Mittags wurde es richtig warm, so dass das Chillen perfektioniert wurde: mit Picknickdecke auf dem Damm oder unterm Sonnenschirm am See. Am Nachmittag wurde dann erstmals der „Bus“ in Betrieb genommen. Und das geht so: Hugo Münz fährt im Dauerbetrieb, nur einzelne Mannschaftmitglieder werden nach einer oder mehreren Runden ausgetauscht. Auf diese Weise kamen schon am Freitag einige Runden bzw. Ruderkilometer zusammen. Wer keine Lust auf Rennboot hatte, konnte eines der Gigboote unserer Gastgeber nutzen. Oder einen alten Bekannten: unser Trainingszweier Starfighter ist jetzt in Niederhausen und hört auf den Namen „Lieber Single?“. Da wir in Niederhausen immer ein elektronisches Fahrtenbuch auf dem Laptop haben, war für die, die das begeistert, am Freitagabend eine erste Standortbestimmung möglich.

Bei samstäglichen Frührudern legte zumindest das erste Boot noch bei Vollmond ab. Beim Frühstück gab es lecker Rührei, und auch sonst war fürs leibliche Wohl gesorgt. Tagsüber wurden auf der großen Wiese Fußball und „Kubb“ (so eine Art Rasenschach mit Holzfiguren zum Abwerfen) gespielt, gegen Mittag hatten die meisten genug Wärme und Bewegung gesehen, und die Schattenplätze wurden beliebter. Der Wind machte die Wärme sehr erträglich, allerdings wurde auf der langen Geraden auch das Wasser etwas unruhig. Kein Problem für unsere Filigrantechniker/innen! Der Ruderosterhase, eine auf dem Nahestausee saisonal vorkommende Spezies, drehte schonmal eine Runde, um mögliche Verstecke auszukundschaften. Abends nutzten die üblichen Verdächtigen die letzten Sonnenstrahlen, der Rest saß schon gemütlich an der grandiosen Feuerstelle.

Am Sonntag wurde – man ahnt es langsam – vor dem Frühstück fleißig gerudert. Dabei war das Ruderosterhasenteam auch munter dabei, und nach dem Frühstück waren zu Wasser und zu Land allerlei Schokohasen und Schokoladeneier versteckt. Die akrobatischeren Verstecke wurden schlauerweise von Gigbootbesatzungen geplündert, so dass die muntere Suche ohne unfreiwillige Badeaktionen ablief. Nach dem Frühstück gab es für die, die wollten, eine Einheit „betreutes Rudern“, und die technischen Fortschritte waren sichtbar. Der Fahnenmast des Rudervereins taugt als hervorragender Wäscheständer für größere Wäschestücke, und so war dank Sonne und Wind abends alles wieder trocken. Viel zu schnell war der letzte Abend da, und die Statistik versprach ein spannendes Finale am Montag.

Montags sahen aufgrund der späteren Monduntergangszeit auch die nicht so früh aufgestandenen den Mond, den schönen Morgennebel konnten alle bewundern. Die Boote wurden nach und nach außer Betrieb genommen, abgeriggert und nach einem unglaublich ausgeklügelten System aufgeladen. Währenddessen kam es auf dem Wasser dank einer sportlichen Geste zu einem Gleichstand in der inoffiziellen Kilometerwertung auf sehr hohem Niveau. Da sich alle großartig am Bootshaus putzen, Hänger laden, abladen, Boote putzen und aufriggern beteiligt haben und weil wir so eine tolle selbstständige Gruppe hatten, waren wir ratz fatz mit allem fertig und konnten glücklich und ein wenig erschöpft nach Hause fahren.

Danke an Anne für die tolle Organisation! Wir freuen uns schon auf Anfang September, wenn es endlich wieder nach Niederhausen geht.