Feel Slovenia - World Rowing Masters Regatta 2026 in Bled
„Feel Slovenia“ – diesem Slogan konnte man sich bei der World Rowing Masters Regatta 2026 in Bled kaum entziehen. Und tatsächlich bot die Kulisse alles, was man sich von Slowenien verspricht: den Bleder See, umgeben von Bergen, viel Grün und eine Landschaft, die eigentlich eher zum Wandern, Radfahren und Urlaubmachen als zu einer der größten Ruderveranstaltungen der Welt einlädt.
Mehr als 4.700 Ruderinnen und Ruderer aus 52 Ländern waren nach Bled gereist. In knapp 1.000 Rennen an fünf Tagen gingen Masters im Alter von 27 bis über 90 Jahren in den Altersklassen A bis M an den Start. Damit war die Veranstaltung die größte Ruderregatta der Geschichte. Nach neun Jahren Pause war der Bleder See erneut Austragungsort einer World Rowing Masters Regatta.
Mit dabei waren auch zwei Aktive des StCRC: Susann Halliger in der Altersklasse Masters A und Hugo Seibel bei den Masters F.
Sieben Rennen für Susann
Susann ging in verschiedenen Renngemeinschaften mit Ruderinnen und Ruderern aus ganz Deutschland an den Start. Das Programm war entsprechend umfangreich – vom Einer über Doppelvierer bis hin zum Achter und zu den Mixed-Rennen.
Im Frauen-A-Doppelvierer erreichte die Mannschaft den 4. Platz, im Frauen-B-Achter und im Frauen-A-Achter jeweils den 3. Platz. Im Einer der Altersklasse A kam Susann auf Platz 6.
Das Rennen im Frauen-B-Doppelzweier fiel dagegen buchstäblich ins Wasser: Aufgrund eines Unwetters wurde es abgesagt.
Besonders erfolgreich verliefen die Mixed-Rennen. Sowohl im Mixed-C-Achter als auch im Mixed-B-Doppelvierer gelang jeweils der 2. Platz.
Hugo trifft alte Weggefährten wieder
Hugo startete in drei Rennen der Altersklasse Masters F. Im Zweier ohne Steuermann und im Vierer ohne Steuermann erreichte er jeweils den 5. Platz. Im Männer-F-Achter gelang mit Platz 3 der Sprung aufs Podium.
Für Hugo stand in Bled allerdings nicht nur das sportliche Ergebnis im Mittelpunkt. Ein besonderes Erlebnis war es für ihn, gemeinsam mit seiner brasilianischen Mannschaft aus Jugendzeiten wieder an den Start gehen zu können. Das Wiedersehen, die gemeinsamen Rennen und die internationale Atmosphäre machten die Tage in Bled für ihn zu einer rundum gelungenen Masters-Regatta.
Gummistiefel statt Sonnenbrille
Ganz so idyllisch wie auf den bekannten Bildern des Bleder Sees präsentierte sich das Wetter allerdings nicht. Vor allem am Donnerstag und Freitag regnete es teilweise heftig, hinzu kamen Gewitter. Zahlreiche Rennen mussten verschoben werden, einige wurden komplett abgesagt.
Auch der Regattaplatz bekam die Wassermassen deutlich zu spüren und verwandelte sich stellenweise in eine ausgewachsene Schlammwelt. Besonders gut vorbereitet zeigten sich dabei unsere britischen Ruderkollegen: Mit Gummistiefeln ausgestattet, hatten sie offensichtlich bereits geahnt, was kommen würde.
Ohnehin waren die Dimensionen der Veranstaltung enorm. Die unzähligen Boote und Mannschaften verteilten sich über ein riesiges Areal. So groß, dass Susann und Hugo zwar fünf Tage lang bei derselben Regatta starteten, sich auf dem Regattagelände aber kein einziges Mal begegneten.
Traumkulisse trifft Massenveranstaltung
Bled selbst ist definitiv eine Reise wert. Der kleine, fast verschlafen wirkende Ort liegt eingebettet zwischen Bergen und bietet beste Voraussetzungen zum Wandern, Radfahren und Erholen. Gerade dieser Kontrast machte aber auch deutlich, wie gewaltig eine Veranstaltung mit mehr als 4.700 Aktiven für einen solchen Austragungsort ist.
Wo sich normalerweise Urlauber rund um den See verteilen, herrschte während der Masters-Regatta vor allem eines: Masse. Boote, Menschen, Rennen und ständig wechselnde Mannschaften bestimmten den Ablauf. Bei fast 1.000 Rennen blieb zwangsläufig wenig Raum für eine klassische Regattaatmosphäre – vieles fühlte sich eher nach Massenabfertigung an.
Sportlich bleiben trotzdem einige schöne Ergebnisse, mehrere Podiumsplatzierungen und vor allem eine Erfahrung mehr.