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42 Meter, 48 Skulls und 24 Rudernde – unterwegs mit dem Stämpfli Express

Erstellt von Christine Lehmann | | Verein

Am Samstag, dem 3. Oktober 2026, hatten wir die vermutlich einmalige Gelegenheit, in unserem Neckar-Revier den Stämpfli Express zu rudern – ein 42 Meter langes Rennboot, in dem 24 Rudernde und eine Steuerperson Platz haben. Das Boot wird also von insgesamt 48 Skulls angetrieben.

Seinen Heimathafen hat es in Zürich beim Bootsbauer Stämpfli. Dort begann man vor mehr als zwanzig Jahren damit, einen Achter um immer weitere Segmente zu verlängern, bis schließlich ein 24er entstand.

Ein besonderes Geburtstagsgeschenk

Unsere Ausfahrt war eigentlich ein Geburtstagsgeschenk für den Verlobten der Organisatorin Linnea Drexhage. Beide leben in Oxford, Linnea hat jedoch Familie in Stuttgart. Stämpfli wollte das Boot nicht auf den weiten Weg nach Großbritannien schicken. Deshalb fragte Linnea Anfang dieses Jahres beim StCRC an, ob wir unseren Steg zur Verfügung stellen könnten und ob sich bei uns Leute finden würden, die Lust hätten, gegen eine kleine Gebühr mitzurudern.

Aus sechs Teilen wird ein 42 Meter langes Ruderboot

Wir trafen uns bei schönem Wetter um acht Uhr morgens auf dem Bootsplatz – eine bunte Mischung aus teilweise von weit her angereisten und Englisch sprechenden Gästen sowie zehn Mitgliedern des StCRC.

Der Stämpfli Express war am Vorabend aus Zürich gekommen und lag mit seinen sechs Segmenten, 24 Auslegern und 48 Skulls auf dem Hänger bereit. Der Ablauf war ausgefeilt: Die sechs Teile wurden abgeladen, in Böcke gelegt, mit einem einfachen Klickverfahren aufgeriggert, nach und nach zum Steg hinuntergetragen und schließlich im Wasser zusammengebaut.

Jedes der Segmente hat vier Bordwände und schwimmt für sich. Wir begannen mit dem Heck und den anschließenden Elementen. Die Skulls wurden eingelegt, sobald ein Segment angeschraubt war, und die Rudernden setzten sich auf ihre Plätze. So konnte das Heck immer weiter nach hinten geschoben und Stück für Stück das gesamte Rennboot bis zum Bug zusammengefügt werden.

Wir haben zwar einen langen Steg, doch das Boot überragte ihn um gut ein Drittel seiner Länge. Für den Aufbau waren anderthalb Stunden eingeplant, aber bereits um neun Uhr waren wir startklar und legten Richtung Cannstatt ab.

24 Rudernde müssen erst einmal zusammenfinden

Steuerfrau war eine Mitarbeiterin von Stämpfli. Der erste Kilometer im Boot war eine unerwartet wacklige Angelegenheit. 24 Rudernde mussten sich zunächst aufeinander einstellen, und zwei der angereisten Briten waren Riemenruderer, die das Skullen nicht gewohnt waren.

Wir fanden uns jedoch schnell und ruderten unsere übliche Achter-Runde – die zwölf Kilometer unseres Reviers zwischen der Cannstatter und der Hofener Schleuse. Damit konnten wir unseren Gästen auch die schönen Ausblicke auf die Weinberge und grünen Ufer bieten, die wir beim Rudern auf dem Neckar genießen.

Ein Stämpfli Express kann sehr schnell werden – sogar schneller als ein Achter. Wir probierten es aus und gewannen ordentlich Fahrt. Für echtes Renntempo war unser bunt gemischtes Ruderteam dann allerdings doch etwas zu uneinheitlich.

Eine besondere Technik für die Wende

Eine interessante Herausforderung stellte jedes Mal die Wende dar. Der Neckar ist mit seinen 90 bis 100 Metern zwar fast überall breit genug, an den Ufern liegen jedoch auch Neckarschiffe.

Für die Wende nutzten wir deshalb eine besondere Technik: Die fünf Rudernden im Bug gaben ihren Steuerbord-Skullgriff jeweils an die Person vor ihnen weiter. So konnte das Blatt sehr weit hinten an der Bordwand gesetzt und vom Boot weggezogen werden, ohne Vortrieb zu erzeugen. Das Heck half auf Backbord mit dem Gegenzug.

Hätte sich das Boot dennoch in eine Richtung bewegt, hätten die Rudernden mittschiffs entsprechend gezogen oder geschlagen.

Viel Aufmerksamkeit am Neckarufer

An den Neckarufern erzeugte das außergewöhnlich lange Boot auf seiner Fahrt viel Aufmerksamkeit. Auch vom Club standen viele am Steg, am Ufer und auf den Brücken und machten Fotos.

Kessel.TV war ebenfalls vor Ort und dokumentierte die Fahrt:
https://kessel.tv/laengstes-ruderboot-der-welt-stuttgart/

Nach zwölf Kilometern wieder in sechs Teile zerlegt

Nach dem Anlegen musste das Boot wieder in seine Einzelteile zerlegt, hochgetragen, gewaschen und getrocknet, abgeriggert und schließlich auf den Hänger geladen werden. Auch dieser Ablauf war von Stämpfli vielfach erprobt und optimiert und dauerte nur etwa eine Stunde.

Ein beeindruckendes Erlebnis

Alles in allem war es ein beeindruckendes und außergewöhnliches Erlebnis.

Vielen Dank an Linnea, die das alles organisiert hat, sowie an unseren Vorsitzenden Jannik und den Vorstand, die uns diese besondere Ausfahrt ermöglicht haben.

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