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Gesamtkm: 3566
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Jugendwanderfahrt auf der Lahn 2010
Weniger ist oft Mehr
Bericht der Jugendabteilung zu Wanderfahrt auf der Lahn vom 29.07.2010 bis 01.08.2010
Zum ersten Mal seit Jahren verlässt die Jugendabteilung die heimischen Gewässer für eine Wanderfahrt. Nicht auf dem Neckar, sondern auf der Lahn haben 19 Jugendliche vier Tage auf Wasser verbracht.
Ich behaupte gerne, dass diese Wanderfahrt eine der besten Wanderfahrten war, die wir bis jetzt gemacht haben.
Die Strecke, natürlich flussabwärts, ging von Wetzlar, über Weilburg, Limburg und Laurenburg nach Nassau. In Nassau angekommen hatten wir ca. 105 Kilometer hinter uns gelassen.
Warum „weniger ist oft mehr“?
Die von euch, die meinen Bericht zur letzten Wanderfahrt gelesen haben, wissen, dass es damals sehr stressig war. Sowohl in der Vorbereitung, als auch in der Durchführung.
Dieses Jahr haben Amelie und ich entschieden weniger organisiert und das war auch gut so. Ohne Begleitfahrzeug haben wir unser Gepäck im Boot mitgenommen. Zum Essen gab es, was immer die Restaurants der Orte hergaben. Somit haben wir uns das Kochen sparen können. Frühstück und Vesper für die Fahrt war am jeweiligen Vorabend schnell im Supermarkt gekauft und wir hatten viel Freizeit, die im letzten Jahr nicht zur Verfügung stand. Ich habe es sogar gewagt allen Teilnehmern so viel Verantwortung zu überlassen ihr Essgeschirr in Eigenregie mitzunehmen. Das ist bei Jugendlichen zwischen 11 und 18 Jahren nicht selbstverständlich, wie ich dann feststellen musste.
Alles halb so schlimm, der Eine hilft ja immer dem Anderen und umgekehrt.
Jetzt zum Wesentlichen: dem Rudern.
Ich kann jedem von Euch, der noch nicht auf der Lahn war, sagen, dass es ein wunderschöner Fluss mit toller Natur ist. In den ersten beiden Tagen, zwischen Wetzlar und Limburg, haben wir nur hintereinander die Lahn befahren können. Macht ja nichts, dafür gab es schön viel Strömung und die jeweils rund 30 km gingen relativ entspannt vorüber. Mit schwächer werdender Strömung und nachlassenden Kräften nahmen dann auch die Tageskilometer ab. Erst auf 25km und dann nur noch 15km.
Die Etappen waren für die Jugendlichen genau richtig. Trotzdem gab es ein paar ganz Erschöpfte, die sogar vor dem Abendessen schon auf ihren Schlafplätzen eingeschlafen sind. Aber ohne Essen geht bei mir keiner ins Bett, ich bin ja kein Unmensch.
Die Orte, die ihre Namen nicht einfach so bekommen haben, waren jeweils mit prächtigen Burgen ausgestattet; sehr idyllisch und schön. Die Kids durften nach Lust und Laune zu Abend essen. Es gab Pizza, Döner, Pommes und Chinesisch, eben alles was zu Hause nicht auf dem täglichen Speiseplan steht. Niemand hat sich beschwert.

Abends waren alle, wie ich das als Jugendleiter gern habe, tot müde und schnell im Bett. Problem war nur, dass ich fast genauso müde war.
Highlight, meiner Meinung nach, waren die Handschleusen auf den ersten beiden Etappen. Es dauert zwar ein wenig, bis zwei Ruderer ausgestiegen sind und alle Boote geschleust haben, aber es macht Spaß und eine Pause hat ja jeder gerne.

Natürlich haben wir uns nicht aufs Rudern beschränkt, was das Spaßhaben angeht. Wir haben die relativ kurze dritte Etappe genutzt um von den Booten aus baden zu gehen. Es war eine Mischung aus kalt und erfrischend würde ich sagen. Spaß hat es auf jeden Fall gemacht.
In Laurenburg konnten wir den gesamten Nachmittag zur Entspannung und zum Schwimmen nutzen. Nur zwei konnten das nicht wirklich. Philipp Wess und meine Wenigkeit. Wir haben uns auf einen 3km Fußmarsch einen Berg hinauf in den nächsten Ort gemacht. Laurenburg, muss man wissen, ist ein so kleiner Ort, dass man vergeblich nach einem Geldautomaten suchen kann und auch nicht darauf hoffen darf in einem Gasthof mit der EC-Karte zahlen zu können. Außerdem sollte man nicht in eine Notsituation geraten, in der man ein Handy benötigt; in Laurenburg herrscht quasi Funkstille.
An diesem Abend haben wir in einem Gasthof direkt am Fluss übernachtet. Ein wenig „Luxus“ muss ja sein. Spaghetti Bolognese zum Abendessen, einen warmen Schlafsaal und ein ausgiebiges Frühstück. Alle waren happy und zufrieden. Alle? Na ja, ein paar haben das warme Wetter genutzt um draußen unter freiem Himmel zu schlafen. Vielleicht war auch die Unruhe, in Form von Schnarchern, im Schlafsaal der Grund.
Morgens, auf jeden Fall, waren alle wieder fit und wir haben uns auf die letzt kurze Etappe aufgemacht. Treffpunkt mit der Gruppe um Axel Mühring war viertel vor 1 in Nassau.
Wir hätten es pünktlich geschafft, wenn da nicht dieser eine Schleusenwart gewesen wäre, der seine Mittagspause, eine viertel Stunde zu früh, schon um 11:45 Uhr angefangen hatte.
Letztlich hat alles gepasst. Wir haben in Nassau angelegt und die Boote ordnungsgemäß auf den Hänger verladen. Von Nassau sind wir ganz entspannt über Koblenz mit dem Zug wieder nach Stuttgart gefahren. So viel ich weiß, hat es die Bahn sogar ohne Verspätung geschafft.
Ich bin froh, dass alle so viel Spaß hatten und es keine Probleme gab. Mir selber hat es sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich schon auf nächstes Jahr. Vielleicht finden wir ja wieder ein neues Gebiet wo wir hinfahren können.
Georg Maier